Zum Kapitel:                                Jahr 2001                   Die Dienerin

Eine Reise in die Vergangenheit - meine Entwicklung:

Wo fange ich an zu erzählen? Ich erinnere mich an meine ersten Gedanken, Gefühle, Wünsche in "diese" Richtung. Ich war 14 oder 15 Jahre jung, als ich spürte, dass ich mich in einem erregten Zustand besser und vollkommener fühlte, wenn ich bewegungslos, in meiner Phantasie ausgeliefert war. Ich habe diese Gefühle nur ganz allein für mich zugelassen und auch manchmal, wenn ich ganz allein war, ausgelebt. Allerdings immer begleitet von starken Schuldgefühlen, über die ich leider damals mit niemanden reden konnte. Auch heute frage ich mich oft, warum es dazu kam, warum bin ich so veranlagt? Allerdings ist mir auch klar, dass diese Frage nach dem "warum" lange nicht mehr so wichtig ist, wie damals. Ich lerne es, mich heute so zu aktzeptieren wie ich bin und kann es sehr geniessen.

In meinen Jugendfreundschaften und auch danach mit meinem ersten langjährigen Freund, hatte diese Art der Sexualität keinen Raum, es war kein Platz, ich konnte nicht aus mir heraus gehen. Kurz gesagt, ich habe diese Neigung Jahre lang verdrängt, nie bewusst ausgelebt. Später mit meinem heutigen Partner, haben wir beide ganz zaghaft und über Jahre ein wenig an der Oberfläche gekratzt... Mit kleinen Fesselspielen zu denen wir lediglich Schals und Tüchern verwendeten und auf jegliche "Dominanz" verzichteten. Ich kam jedoch nie an den Punkt, an dem ich begriff, was mir wirklich fehlte. Ich konnte es nie in Worte fassen, dass es genau diese gewisse Dominanz war, die ich gebraucht hätte. Im Gegenteil, ich hätte nicht einmal mit diesem Wort etwas anfangen können. Ich lebte ausgesprochen glücklich mit einem "normalem" Sexleben. Ich kannte es nicht anders. Es sollte sich jedoch noch weiter entwickeln...


Erst  2001, nach fast zwanzig Jahren, kam ich über das Medium Internet erneut mit dieser Neigung in Kontakt. Jetzt erfuhr ich von Dingen wie "Devotheit" und "Dominanz". Über diverse Clubs oder in privaten Chats erfuhr ich mehr. Ich hatte plötzlich das Gefühl, dass ich nicht "abartig" oder krank war. Ich spürte ich bin nicht allein damit. Hier im Internet gibt es viele Gleichgesinnte, Menschen, die auf die ein oder andere Art das Gleiche fühlen wie ich. Auf den bekannten Seiten wie "zarthart" und "lustschmerz" las ich vieles nach, was mir so bekannt vorkam und in meinem tiefsten Innersten schlummerte. Ich hatte das Glück von einem sehr erfahrenen Dom angechattet zu werden. Er nahm sich meiner an und hat mich ein halbes Jahr begleitet. Vorsichtig kratzte er an der Oberfläche und brachte mir via online einiges bei und ließ mich einiges ausprobieren. Ich hatte Blut geleckt. Mein Lebenspartner spürte, dass ich mich sehr intensiv mit diesem Thema beschäftigte, aber ich konnte es (noch) nicht teilen, auch mit ihm noch nicht darüber sprechen. Ich war mir so sicher dass ich diesen Abschnitt des Weges ersteinmal alleine gehen muss. Was mich so sicher machte, wusste ich auch nicht genau. Wahrscheinlich hatte ich Angst, dass er mir das nicht geben könnte. Allerdings gab ich ihm zu diesem Zeitpunkt auch keine Chance dazu.
Je mehr ich mich mit dieser neuen Welt befasste, desto klarer wurde mir, dass mir online Informationen und Erfahrungen allein nicht ausreichen würden. Ich wusste, dass ich mich mit einem realen Dom treffen wollte, ja sogar musste. Ich wünschte mir einen erfahrenen, einfühlsamen, strengen Herrn, kurzum einem "Bilderbuch-Dom" (gibt es den, bzw. wollen wir den wirklich???). Ich war so fest entschlossen, dass ich eines Nachmittags auf eine Anzeige antwortete... Nach zwei Stunden hatte ich die Antwort. Ich war so angetan, dass ich einem Treffen in einem Cafe zustimmte. Noch immmer wusste mein Partner nichts davon und ich begab mich allein auf fremdes, gefährliches Terrain. Der erste Kontakt auf neutralem Boden verlief so positiv, dass wir beschlossen uns nach weiteren zwei Tagen wieder zu treffen. Diesmal schon bei "IHM". Ich hatte ein sehr sicheres Gefühl und glaubte daran, dass mir bei diesem Mann nichts geschehen würde. So war es auch.... Ich war damals ziemlich "vertrauensseelig", wovor ich an dieser Stelle ausdrücklich warnen möchte (Menschenkenntnis hin oder her...) Ich hatte gottseidank Glück und habe keine negative Erfahrung gemacht.

                        

..Ich begab mich in die "Hände" eines verantwortungsvollen Mannes, der mich sehr vorsichtig an die Praxis heranführte. Vielleicht manchmal zu vorsichtig für meinen Geschmack, ich wollte alles und sofort, ich war gierig und mein Wissens- und Erlebensdurst war unstillbar... Aber ich denke, dass ich ihm diese Vorsicht nicht zum Vorwurf machen kann (und will). Er hat mich stets respektiert und geachtet, als Sub, eine zeitlang auch als gute Freundin. Wir haben spannende Sachen zusammen erlebt und haben beide voneinander gelernt. Seit einiger Zeit haben wir keinen Kontakt mehr zueinander, da ich erkannt habe, dass er mich eigentlich nur für seine Belange benutzt hat und ich nicht bereit war ihn mit anderen zu teilen.
Die Auswirkungen auf meine Partnerschaft:

Inzwischen hat mein Lebensgefährte sehr schnell erkannt was mit mir los ist, und sehr grosszügig reagiert, wie es wohl kaum ein Mann machen würde. Da wir klare Regeln festgelegt hatten, konnte ich ohne Heimlichtuerei meine Neigung weiter ausprobieren, festigen. Mein Mann entwickelte sich unterdessen auch weiter, er entdeckte für sich gleichwohl die Lust am dominanten Spiel. Er wurde neugierig. Langsam entdeckten wir dieses "Spiel" auch für uns beide. Es ist ein unglaubliches Gefühl, dies mit dem Lebenspartner erleben zu dürfen. Mein "Herr" suchte unterdessen eine Lebenspartnerin, die ich ihm nicht sein konnte und eines Tages spürten wir wohl beide dass wir zum Spielen nicht mehr zusammengehören.

Mit meinem Partner erlebte ich nun eine herrliche BDSM-Beziehung, wir lebten unsere Neigung jedoch nur im sexuellen Bereich aus, wenn gleich sich Überschneidungen im Alltag nicht immer vermeiden ließen (grins) und dann auch sehr willkommen waren (nochmal grins). Inzwischen haben wir uns auch einen sehr netten BDSM-Freundeskreis augebaut, es gab für uns sehr viel zu sehen, wie andere diese Seite ausleben, erleben und welche Erfahrungen man gemeinsam damit machen kann. Fotos von unseren Treffen könnt Ihr in der Galerie sehen.
In unserem Freundes- und Bekanntenkreis hatten wir nur wenige Eingeweihte, aber der Bekanntenkreis vergrösserte sich nun auch ständig. Dieser Austausch mit Gleichgesinnten war und ist uns auch sehr wichtig, was unter anderem auch ein Grund für diese Homepage ist. Mehr über meine Rolle als Dienerin könnt Ihr auch unter dem Kapitel "Dienerin Luna" lesen.

Seit einiger Zeit bewegt mich auch noch etwas andereres: Ich habe gemerkt, dass ich auch gerne einen Mann dominieren möchte. Ich möchte ihn wehrlos und ausgeliefert vor mir sehen, ihn betrachten, ihn berühren, strafen, ihm meine Regeln beibringen, ihn zu meinem Sklaven machen. Dieses kann ich mit meinem Partner nicht erleben, ich war wieder einmal auf der Suche... Inzwischen trennen sich mein Partner und ich einvernehmlich, zu viel ist inzwischen passiert.

Heute lebe ich in einer gleichberechtigten  Beziehung mit einem devoten Mann, wir schon sehr viel zusammen erlebt, unsere Fantasien und Geschichten erregen uns beide gleichermaßen. Ich versuche ihm sooft es mir möglich ist, eine strenge dominante Herrin zu sein, wir bedienen uns auch zahlreicher Fantasiegeschöpfe in unserern Rollenspielen und freuen uns sehr, wenn wir auf Gleichgesinnte treffen, die das Rollenspiel (hauptsächlich TV-Erziehung- mehr darüber auf den Seiten von black-devotion!) ebenso sehr schätzen wir wir. Das ist nicht so leicht hier genau dasselbe Level, dieselbe Intensität zu finden. Sehr unterschiedlich sind die Facetten, Vorstellungen, Träume und Fantasien.

Wenn Ihr weiterlesen und schauen möchtet, dann tretet durch das Tor in das Reich der Herrin Luna: